Ätzend hoch 28

16 11 2011

So, heute ist es bei mir soweit: Besichtigungstermine 29 und 30 stehen an, bei meiner verzweifelten Suche nach einem WG-Zimmer in Stuttgart. Ich habe ja mittlerweile meine Ansprüche derart herabgeschraubt, dass ich sogar eine Dusche in der Küche als akzeptabel ansehe. Aber 400 Euro für 10 m² kann und will ich einfach nicht bezahlen.

Zur Zeit wohne ich in einer Notunterkunft der Asta. 5 Euro pro Nacht für ein Klappbett, eine Steckdose und ein Nachttisch – außer mir nutzen dieses Angebot nur drei Leidensgenossen. Zum Duschen müssen wir in eine Sporthalle, die erst ab neun geöffnet ist. Heißt also abends “vorduschen” – blöd nur, wenn die Sammelduschen zur selben Zeit von vielen männlichen Handballern in Beschlag genommen wird. Aber man arrangiert sich ja mit allem ;-)

Trotzdem hoffe ich, dass es heute endlich klappt bei mir und ich ein neues Heim finde, denn die Notunterkunft soll eigentlich Ende November geschlossen werden. Wenn nicht, werde ich wohl auf das Sofa einer Studienkollegin umziehen – zumindest das Duschen sollte dann wieder entspannter werden…





Die neue Erscheinung bei der Zimmersuche: Das WG Casting

16 11 2011

Eine neue Erscheinung hat sich in die Abwicklung der Zimmervergabe in Studentenstädten eingeschlichen: Das WG Casting. Die erste Assoziation bringt einen zu Dieter Bohlens „Deutschland sucht den Superstar“ oder Heidi Klums „Germany´s next Topmodel“, die den Begriff „Casting“ bei uns erst richtig salonfähig gemacht haben. Doch auch die Suche nach der passenden Wongemeinschaft beziehungsweise dem passenden Mitbewohner hat in vielen deutschen Unistädten sehr viel von dieser Bezeichnung.

Massencastings sind Alltag

Weil neben dem akuten Mangel an Wohnraum, der Städte wie Heidelberg, Konstanz oder München schon seit Jahren beschäftigt, in diesem Jahr die doppelten Abiturjahrgänge und die abgeschaffte Wehrpflicht die Situation noch verschärfen und sich immer mehr Menschen auf ein WG-Zimmer bewerben, hat sich mittlerweile ein neues Verfahren unter den Studenten etabliert: Man führt mit den Interessenten ein WG Casting durch, bei dem in kürzester Zeit herausgefunden werden soll, wer der als Mitbewohner für die Wohngemeinschaft in Frage kommt. Kein Wunder, wer im Internet eine Anzeige einstellt, hat im Handumdrehen zig Bewerber für das freie Zimmer.

Da werden dann gerne mal 50 Bewerber innerhalb weniger Stunden durch die WG geschleust. Am Anfang darf man erst mal einen Steckbrief ausfüllen, am Ende werden darüber hinaus noch Fotos von den Casting-Teilnehmern geschossen. Kein Wunder, wie soll man denn auch sonst alle Bewerber des WG Casting im Gedächtnis behalten.








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